Hund sucht Haufen
Der Stadtrat in Syke hat mit den Stimmen der CDU, Grünen und UWG, aber gegen die Stimmen der Syker SPD den Antrag auf Erhöhung der Hundesteuer um 20% zugestimmt.
Nun war es ursprünglich einmal so, dass die Hundesteuer eine reine Luxussteuer war. Inzwischen sind aber Hunde gerade für viele alte Menschen wahrlich kein Luxusgut, sondern einziger sozialer Bezugspartner und Familienmitglied. Wenn Oma Käthe, die ohnehin mit zu wenig Rente zurechtkommen muss, nun noch tiefer ins Säckel greifen muss, stellt sich Bello die Frage: Geht’s noch?
Die vermeidlichen Millioneneinnahmen kommen der geschundenen Stadt Syke zugute. So bleiben ihnen ein paar Penunzen für die Reinigung der Trottoirs, für den hohen Zaun um den Hundeauslaufplatz und fürs Tierheim.
Einziges Problem: Zwar übertrifft der großzügig wirkende Beitrag der Vierbeinerfreund:innen nun bundesweit die Einnahmen durch Schaumwein- und Sportwettsteuer. Dennoch bleibt die Kläfferabgabe ein Randphänomen. Sie macht nur 0,05 Prozent aller Steuereinnahmen aus. Und den Aufwand für die Erhebung und Verwaltung der Steuer hat wohl auch niemand bedacht. Und überhaupt: Wer kontrolliert eigentlich, ob die niedlichen Beißerchen überhaupt eine Steuermarke haben? Sollte es in Zukunft nicht eine Taskforce Schnüffler geben, die das prüft? Schließlich ist die Hundesteuer an einen bestimmten Zweck gebunden.
Gut findet Bello indies die Idee, gefährliche Zeitgenossen mit einer zusätzlichen Steuer zu belegen. Das macht Sinn, wenn die Herrchen oder Oma Käthe ihren Kampfteckel nicht bändigen können oder wollen. Vielleicht kann man das auch für den einen oder anderen bissigen Politiker oder gefährliche Parteien einführen. Schließlich gilt hier Steuergerechtigkeit. Wuff!
Und wenn Bello schon Steuern zahlen soll, dann möchte er auch bitte Mitbestimmungsrecht und einen Platz im Stadtrat haben. Schließlich ist er Steuerzahler und vertritt eine nicht unwesentliche Gruppe. Und diese könnte den Befürwortern dieses Unsinns ans Bein pinkeln.
Warum gibt es nur eine Steuer auf Hunde, fragt er sich. Katze Mietz war da vorauseilend schlauer und hat sich zur Lawinensuchkatze ausbilden lassen. Damit muss sie keine Steuern zahlen. Ebenso wenig wie Kühe keine Emissions-Abgabe und Vögel keine Flugbenzinsteuer zahlen. Und das ist gut so.
Bello bekommt das Gefühl, dass hier rumgebellt wird, weil manchen nichts Besseres eingefallen ist, um auf sich aufmerksam zu machen. Da nützt es auch nichts den christlichen Zeigefinger zu erheben. Auch nicht, wenn er grün angestrichen oder unabhängig ist.
Bello meint das Ganze ist ein riesiger unüberlegter Haufen.
UMY